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Grundstückgewinnsteuer: Das ist beim Verkauf zu beachten

Wechselt eine Immobilie in der Schweiz ihren Besitzer, dann möchten die Kantone natürlich am Gewinn teilhaben. Wie sich diese Grundstückgewinnsteuer genau berechnet und was dabei alles zu beachten ist, zeigt Ihnen dieser Ratgeber.

1. Was ist die Grundstückgewinnsteuer?

Definition Grundstückgewinnsteuer: 

Die Grundstückgewinnsteuer der Schweiz ist eine Objektsteuer – im Gegensatz zu den Einkommens- und Vermögenssteuern, die Subjektsteuern sind. Als Bemessungsgrundlage dient jeweils Gewinn, berechnet aus der Differenz zwischen Erlös und Anlagewert.

Macht ein Eigentümer mit dem Verkauf seiner Liegenschaft einen Gewinn, dann muss er diesen nach Art. 12 StHG versteuern. Dies gilt immer für Immobilien im Privatvermögen und je nach Kanton auch bei solchen im Geschäftsvermögen. Damit zielt die Grundstückgewinnsteuer also auf die Wertvermehrung bei Immobilien ab.

Erhoben wird die Grundstückgewinnsteuer von den Kantonen bzw. in einigen Kantonen von den Gemeinden. Der Bund selbst nimmt keine Grundstückgewinnsteuern ein. Die Besteuerung der Gewinne wird dabei kantonal unterschiedlich geregelt.

Bei der Veräusserung von Immobilien können sich Verkäufer in den meisten Fällen über einen Gewinn freuen. Gewinne liegen immer dann vor, wenn der Verkaufserlös über dem Betrag liegt, den der Eigentümer selbst einmal bezahlt hat. Der Gewinn ergibt sich demnach aus der Differenz zwischen dem Verkaufspreis und den Anlagekosten.

Die Anlagekosten entsprechen dem ursprünglich gezahlten Kaufpreis zuzüglich wertvermehrenden Aufwendungen. Sie bestehen dabei grundsätzlich aus:

  • Erwerbspreis
  • Mit dem Kauf verbundenen Aufwendungen wie Notariats- und Grundbuchgebühren
  • Wertvermehrenden Investitionen wie z.B. die Errichtung eines Anbaus oder Renovierungen
  • Vermittlungskosten
  • Bewilligungsgebühren
  • Anwaltskosten
  • Weitere Ausgaben, die mit der Veräusserung der Immobilie in Zusammenhang stehen

Bei der Besteuerung kommen dabei je nach Kanton unterschiedliche Systeme zur Anwendung:

  • Zürich, Bern, Uri, Schwyz, Nidwalden, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Tessin und Jura: In diesen Kantonen gilt das monistische System. Hier unterliegen alle Gewinne aus Grundstücksverkäufen der Grundstückgewinnsteuer als Sondersteuer. Diese ist unabhängig davon zu entrichten, ob es sich um den Verkauf von Privat- oder Geschäftsvermögen handelt.
  • Sonderfall Genf: Im Kanton Genf fällt zusätzlich zur Sondersteuer für gewerbliche und juristische Personen die Einkommens- bzw. Gewinnsteuer an. Damit sich keine Doppelbesteuerung ergibt, kann der Steuerpflichtige die bereits geleistete Sondersteuer in der Steuererklärung in Abzug bringen.
  • Alle anderen Kantone: In den übrigen Kantonen richtet sich die Besteuerung nach dem dualistischen System, d. h. nur natürliche Personen werden beim Verkauf ihres Privatvermögens mit der Sondersteuer besteuert. Die Kapitalgewinne von Gewerbetreibenden und juristischen Personen (z. B. AGs) unterliegen hingegen der Einkommens- bzw. Gewinnsteuer.

2. Welcher gesetzlichen Grundlage unterliegt die Grundstückgewinnsteuer?

In Art. 655 ZGB (Schweizerische Zivilgesetzbuch) ist geregelt, was eigentlich als Grundstück zählt und somit der Grundstückgewinnsteuer unterliegt, das sind:

  • Liegenschaften
  • Selbstständige und dauernde Rechte, die im Grundbuch eingetragen sind
  • Bergwerke
  • Miteigentum an Grundstücken

Art. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden schreibt den Kantonen vor, eine Grundstückgewinnsteuer zu erheben. Die Grundzüge dieser Steuer sind in Art. 12 StHG festgelegt.

Die Besteuerung der Gewinne wird wie bereits erwähnt kantonal unterschiedlich geregelt und ist in den jeweiligen kantonalen Steuergesetzen verankert:

  • In den Kantonen Zug und Zürich wurde das Erheben der Steuer an die Gemeinden
  • In den Kantonen Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Graubünden, Jura, Obwalden und Schaffhausen sind Kanton und Gemeinden gemeinsam verantwortlich.
  • In den übrigen Kantonen ist allein der Kanton für die Grundstückgewinnsteuer zuständig.

In den meisten Kantonen wird dabei jeder Grundstückgewinn einzeln besteuert. Nur in Basel-Land, Bern, Graubünden, Jura und Schwyz wird die Summe aller während eines bestimmten Zeitraumes erzielten Gewinne besteuert.

Hinweis von immoverkauf24:

Steuerhoheit hat der Kanton, in dem sich der Standort der Immobilie befindet.

3. Wann fällt die Grundstückgewinnsteuer an?

Grundstückgewinne werden zum Zeitpunkt eines Verkaufs realisiert. Voraussetzung für zivilrechtliche Verkaufsabschlüsse ist, dass ein Vertrag (bzw. ein Testament oder ähnliches) vorliegt und die Eigentumsübertragung im Grundbuch eingetragen wird. Mit dem Tag der Eintragung ins Grundbuch entsteht dann die Steuerschuld.

Unter gewissen Voraussetzungen kann aber ein Aufschub der Steuerzahlung erwirkt werden (siehe Punkt 7).

Außerdem gibt es einige Fälle, in denen die Grundstückgewinnsteuer nicht erhoben wird. Dazu zählen Landeskirchen, gemeinnützige Institutionen, Kantone, Gemeinden, der Bund und seine Anstalten sowie andere öffentlich-rechtliche Körperschaften.

Tipp von immoverkauf24:

Positive Kehrseite der Grundstückgewinnsteuer ist, dass Sie beim Immobilienverkauf einen Profit erzielt haben. Den bestmöglichen Preis kann für Sie ein Immobilienmakler herausholen.

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4. Wer haftet für die Grundstückgewinnsteuer?

Steuerpflichtiger bei der Veräusserung einer Liegenschaft ist stets der Verkäufer. Dabei handelt es sich grundsätzlich um den zivilrechtlichen Eigentümer der Immobilie, der als solcher mit seinem Namen im Grundbuch eingetragen ist. Als Veräusserer kann unter Umständen auch eine Person infrage kommen, die Verfügungsgewalt über das Grundstück hat.

Dem Staat steht für Grundstückgewinnsteuern einschliesslich Ausgleichszinsen ein gesetzliches Pfandrecht am Grundstück zu. Kommt der Veräusserer seiner Steuerpflicht nicht nach, haftet der Käufer.

Wenn mehrere Personen als Eigentümer eingetragen sind, haften sie solidarisch für die Grundstückgewinnsteuer. Kann eine Person nicht zahlen, müssen demnach die anderen Eigentümer für die Steuerschuld aufkommen. Ist der Verkäufer zahlungsunfähig, kann die Steuerbehörde ihr Pfandrecht am Grundstück einlösen.

Besondere Regelungen zur Haftung sind in den Kantonen Bern und Neuenburg zu beachten: Hier sind auch Personen steuerpflichtig, die gewinnanteilsberechtigt sind. Dies kann entweder aufgrund eines Vertrags oder eines Gesetzes der Fall sein.

Im Kanton Jura trifft diese Regelung ebenfalls zu, allerdings muss sich hier das Gewinnanteilsrecht aus dem Gesetz ergeben. Beispielsweise findet sich im BGBB (Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht) eine Reihe an Bestimmungen zu Gewinnanteilsrechten, die unter anderem für Miterben gelten.

Vorsicht:

Haftbar ist immer derjenige Eigentümer, der im Grundbuch eingetragen ist. Wenn der Verkauf bereits erfolgt ist und der Käufer als neuer Besitzer im Grundbuch steht, muss er für die Steuerschuld haften. Grundlage hierfür ist das eingetragene Pfandrecht im Grundbuch, das die Steuerbehörde zur Eintreibung der Steuer nutzen kann.

5. Welche Tarife gelten und wie wird die Grundstückgewinnsteuer berechnet?

Der steuerbare Gewinn wird wie folgt berechnet:

Veräusserungserlös abzüglich

  • Anlagekosten
  • Wertvermehrende Aufwendungen
  • Gesetzlich vorgesehene Abzüge

Der Veräusserungserlös entspricht dabei dem Verkaufspreis und gegebenenfalls zusätzlichen Leistungen. Diese liegen beispielsweise vor, wenn der Käufer mit dem Erwerb eines Baugrundstücks gleichzeitig einen Werkvertrag mit dem Verkäufer über den Bau eines Einfamilienhauses abschliesst.

Die Anlagekosten lassen sich in der Regel dem öffentlich beurkundeten Kaufvertrag entnehmen. Ist dies nicht möglich, so kann die Steuerbehörde den Steuerwert für die Berechnung heranziehen. 

Wertvermehrende Aufwendungen sind alle Auslagen, die den Wert der Liegenschaft dauerhaft steigern, wie Umbauten und Erschliessungskosten. Hierzu sind im Einzelnen die kantonalen Regelungen zu beachten.

Als gesetzlich vorgesehene Abzüge lassen sich beispielsweise die Maklerprovision und Handänderungskosten geltend machen.

Der Tarif für die Berechnung der Grundstückgewinnsteuer richtet sich dann nach der Höhe des Gewinns sowie der Besitzdauer. Auf kurzfristig realisierte Gewinne muss in den meisten Kantonen eine höhere Steuer gezahlt werden.

Beispielsweise erhöht sich die Grundstückgewinnsteuer in Zürich um 50 Prozent, wenn die Liegenschaft nach einer Besitzdauer von weniger als einem Jahr wieder verkauft wird. Im Gegenzug werden Ermässigungen für eine lange Besitzdauer gewährt. Beispielsweise in Bern reduziert sich der Steuerbetrag bei einer Besitzdauer von fünf Jahren um 10 Prozent.

Proportionaler und progressiver Tarif

11 Kantone (Aargau, Appenzell Ausserhoden, Basel-Stadt, Freiburg, Genf, Nidwalden, Obwalden, Tessin, Thurgau, Uri und Waadt) wenden einen proportionalen Tarif an. Hier wird jeder Gewinn unabhängig von seiner Höhe zum gleichen Steuersatz besteuert. Diese Kantone berücksichtigen dafür die Besitzdauer mit einem degressiven Steuersatz. Die anderen Kantone kennen hingegen einen progressiven Tarif, der je nach Höhe des Gewinnes variiert.

Steuerfreibeträge

Die meisten Kantone verzichten auf eine Besteuerung von Kleinstgewinnen:

  • Der Steuerfreibetrag beträgt je nach Kanton zwischen 500 CHF (Basel-Stadt) und 13'000 CHF (Luzern).

  • In den Kantonen Thurgau, Tessin, Wallis und Neuenburg sind diejenigen Gewinne steuerbefreit, auf denen die geschuldete Steuer einen bestimmten Frankenbetrag (zwischen 30 CHF und 100 CHF) nicht übersteigt.

  • Zwei Kantone gewähren einen allgemeinen Steuerabzug, der bei Veräusserungen im Kalenderjahr nur einmal gewährt wird: In Uri sind es 10'000 CHF und in Schwyz 2'000 CHF.

Steuertarife am Beispiel Kanton St. Gallen:

Im Folgenden ein Auszug aus den Steuertarifen des Kantons St. Gallen als Grundlage für die Ermittlung der Grundstückgewinnsteuer:

Gewinn einfache Steuer Gewinn einfache Steuer

5'000

14

300'000

27'780

20'000

543

350'000

33'030

50'000

2'745

400'000

38'280

75'000

5'020

450'000

43'530

100'000

7'520

500'000

49'000

150'000

12'520

550'000

54'500

200'000

17'520

600'000

60'000

250'000

22'530

>600'000

10%

Zuschläge bei kurzer Besitzdauer:

  • im ersten Jahr nach dem Erwerb 5%
  • im zweiten Jahr 4%
  • im dritten Jahr 3%
  • im vierten Jahr 2%
  • im fünften Jahr 1%
  • ab dem sechsten Jahr 0%

Ermässigungen bei langer Besitzdauer:

Eigentumsdauer Selbstnutzung Gewinn Ermässigung in % Maximalreduktion

< 15 Jahre

 

 

-

-

> 15 Jahre

keine

 

1,5%, max. 30%

nach 35 Jahren

> 15 Jahre

< 15 Jahre

 

1,5%, max. 30%

nach 35 Jahren

> 15 Jahre

> 15 Jahre

< 500'000

1,5%, max. 40,5%

nach 42 Jahren

> 15 Jahre

> 15 Jahre

> 500'000

auf 500'000 1,5%, max. 40,5%

auf Rest 1,5%,

max 30%

 

nach 42 Jahren

 

nach 35 Jahren

6. Berechnungsbeispiele für die Grundstückgewinnsteuer:

Folgende Rechenbeispiele verdeutlichen, wie sich die Grundstückgewinnsteuer berechnen lässt. Angenommen wird dabei eine Besitzdauer von 16 Jahren und ein Grundstückgewinn von 150.000 Franken.

Rechenbeispiel Grundstückgewinnsteuer in Bern:

Gewinnberechnung in CHF
Erlös 150'000
Anlagekosten 0
Rohgewinn 150'000
Besitzesdauerabzug (Anzahl Jahre 16 = 32%) -48'000
Grundstückgewinn 102'000
Steuerbarer Grundstückgewinn gerundet 102'000
Steuerberechnung in CHF
Satzbestimmender Gesamtgewinn 102'000
Gesamtsatz 6.21526471 %
  Anlage Gewinn Steuern Total
Kanton 3.0600 102'000 19'399.10 19'399.10
Gemeinde 1.5400 102'000 9'762.95 9'762.95
Kirchgemeinde 0.0000 102'000 0.00 0.00
Total Grundstückgewinnsteuer 29'162.05

Rechenbeispiel Grundstückgewinnsteuer in Luzern:

Steuern

 

Steuerbetrag bei 4.2 Einheiten

28'637.70

Ermässigung

7%

Total Grundstückgewinnsteuer

26'633.05

Rechenbeispiel Grundstückgewinnsteuer in St. Gallen:

Eigenschaften Auswahl  
Steuerjahr mit Gesamtsteuerfuss im Kanton SG, inkl. Gemeindeanteil 2018-335  
Mutmasslicher steuerbarer Grundstückgewinn CHF 150'000.00
100% einfache Steuer CHF 12'520.05
Grundstückgewinnsteuer brutto CHF 41'942.00
massgebliche Eigentumsdauer 16 Jahre  
Zuschlag für kurze Haltedauer CHF 0.00
Rabatt für lange Haltedauer CHF -630.00
Grundstückgewinnsteuer netto CHF

41'312.00

Rechenbeispiel Grundstückgewinnsteuer in Thurgau:

Steuerbarer Grundstückgewinn in CHF

150'000.00

Grundstückgewinnsteuer in CHF

60'000.00

Abzug in CHF

26'400.00

Steuerbetrag in CHF

33'600.00

Rechenbeispiel Grundstückgewinnsteuer in Graubünden:

Kantonssteuer

       

Steuersatz / Grundstückgewinn / Steuerbetrag

12.7493 % v.

150'000.00

19'123.95

 

Reduktion / Zuschlag für Eigentumsdauer

-9.00 % v.

19'123.95

-1' 721.16

17'402.79

Gemeindesteuer

       

Steuersatz / Grundstückgewinn / Steuerbetrag

12.7493 % v.

150'000.00

19' 123.95

 

Reduktion / Zuschlag für Eigentumsdauer

-9.00 % v.

19'123.95

-1'721.16

17'402.79

Total Grundstückgewinnsteuer Kanton und Gemeinde

     

34' 805.59

Tipp von immoverkauf24:

Sie möchten wissen, welche Grundstückgewinnsteuern beim Hausverkauf auf Sie zukommen würden? Die Immobilienbewertung verrät Ihnen, welchen Preis Sie voraussichtlich erzielen können.

7. Welche Tipps gibt der Steuerberater zur Grundstückgewinnsteuer?

Mit der Grundstückgewinnsteuer befassen sich viele erst detailliert, wenn es bereits zu spät ist. Deshalb hier noch ein paar wichtige Tipps:

  • Prüfen Sie, welche gesetzlich vorgesehenen Abzüge Sie in Ihrem Kanton geltend machen können. Dazu zählen unter anderem Vermittlergebühren, Kosten für die Errichtung von Grundpfandverschreibungen, Beurkundungskosten sowie Grundbuchgebühren.
  • Unterscheiden Sie zwischen wertvermehrenden Aufwendungen und werterhaltenden Aufwendungen. Denn Kosten für den Werterhalt wie Reparaturen und Instandhaltungen lassen sich nicht abziehen.
  • Es gibt Möglichkeiten, die Grundstückgewinnsteuer aufzuschieben, zu minimieren oder sogar ganz zu vermeiden (siehe Punkt 7).
  • Aber: Vorsicht bei Verkäufen unter Wert, die dem Steueraufschub unterliegen. Wird beispielsweise eine Liegenschaft innert der Familie deutlich unter dem Verkehrswert verkauft, muss aufgrund des Steueraufschubs zunächst keine Grundstückgewinnsteuer gezahlt werden. Bei einem späteren Wiederverkauf an einen Dritten kann es jedoch teuer werden, da die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis in diesem Fall wesentlich höher liegt.
  • Da sich eine kurze Besitzdauer negativ, eine lange Besitzdauer hingegen positivauf die Höhe der Grundstückgewinnsteuer auswirkt, kann es sich lohnen, mit dem Immobilienverkauf zu warten (zumal die meisten Kantone Abschläge erst nach vollendeten Jahren, nicht nach Monaten gewähren).
  • Beim Verkauf steht Ihnen immoverkauf24 dann gerne zur Seite: Wir bewerten Ihre Immobilie kostenlos, empfehlen einen kompetenten Makler und helfen Ihnen beim Verkaufsabschluss.
  • Da sich die Höhe der Grundstückgewinnsteuer aus der Differenz zwischen Verkaufspreis und Anlagekosten ableitet, sollten Hauseigentümer sämtliche Belege über Renovationen aufbewahren. Denn diese wertvermehrenden Investitionen mindern bei einem späteren Verkauf den Grundstückgewinn und damit auch die steuerliche Belastung.

8. Wie lässt sich die Grundstückgewinnsteuer aufschieben oder vermeiden?

Für einige Fälle sehen die Regelungen der Kantone einen Steueraufschub vor. Damit ist der Grundstückgewinn erst bei der nächsten Handänderung zu besteuern. In den folgenden Fällen kann die Grundstückgewinnsteuer aufgeschoben werden:

  • Erbgang, dazu gehören gesetzliche Erbfolge, Vermächtnis, Erbteilung und Erbvorbezug (siehe Haus erben)
  • Schenkungen
  • Umstrukturierungen
  • Tausch von zwei Liegenschaften ohne Aufgeld, wenn diese vergleichbar und im gleichen Kanton gelegen sind
  • Begründung, Änderung oder Aufhebung des ehelichen Güterstandes (zum Beispiel Wechsel des Güterstands, etwa bei Tod, Trennung oder Scheidung)
  • Eigentumsübertragung unter Familienangehörigen
  • Verkauf einer selbst genutzten Wohnimmobilie, insofern der Gewinn innert angemessener Frist zur Anschaffung einer Ersatzliegenschaft verwendet wird
  • Landumlegung zwecks Güterzusammenlegung, Quartierplanung, Grenzbereinigung, Abrundung landwirtschaftlicher Heimwesen sowie bei Landumlegungen im Enteignungsverfahren oder drohender Enteignung, sofern keine zusätzlichen Ausgleichszahlungen entrichtet werden
  • Ersatzbeschaffung in der Landwirtschaft, respektive Verbesserung land- oder forstwirtschaftlicher Grundstücke, sofern es sich um ein land- oder forstwirtschaftliches Grundstück handelt und das veräusserte Grundstück sowie das Ersatzgrundstück vom Eigentümer selbst bewirtschaftet wird
  • Ersatzbeschaffung von betriebsnotwendigem Anlagevermögen

Das Aufschieben der Grundstückgewinnsteuer kann in vielen Fällen sogar ein Umgehen der Steuer bedeuteten. Kauft ein Verkäufer zum Beispiel innert Frist ein neues Eigenheim und wohnt dort bis an sein Lebensende, wird für ihn keine Grundstückgewinnsteuer fällig.

Darüber hinaus finden sich verschiedene weitere Sonderfälle im Zusammenhang mit Verwaltungsakten und Enteignungen, bei denen keine Grundstückgewinnsteuer anfällt.

Es findet auch keine Besteuerung statt, wenn ein sogenannter Bagatellgewinn vorliegt. Die Grenze dafür liegt bei den folgenden beispielhaft ausgewählten Beträgen:

  • Zürich: 5'000 CHF
  • Bern: 5'200 CHF
  • Aargau: 3'000 CHF
  • Luzern: 13'000 CHF
  • Gallen: 2'200 CHF
  • Thurgau: keine Besteuerung, wenn Steuerbetrag unter 50 CHF
  • Graubünden: 4'400 CHF
  • Solothurn: 10'000 CHF
  • Der Kanton Genf sieht eine Sonderregelung bei langjährigem Besitz vor: Wenn die Liegenschaft für mindestens 25 Jahre im Besitz des Verkäufers war, fällt keine Grundstückgewinnsteuer an.

Hinweis von immoverkauf24:

Wurde der Verkaufspreis zur Umgehung der Steuer offensichtlich untersetzt, kann in mehreren Kantonen die Steuerbehörde den amtlichen Verkaufspreis selbst festlegen.

9. Welche Steuern werden ausserdem bei der Veräusserung von Grundstücken fällig?

Neben der Grundstückgewinnsteuer kann abhängig von den kantonalen Steuergesetzen zusätzlich zur Grundstückgewinnsteuer auch eine Handänderungssteuer, Schenkungs- oder Erbschaftssteuer anfallen. Die Regelung ist aber in jedem Kanton anders.

Handänderungssteuer

Fast alle Kantone besteuern den Eigentumswechsel bei Häusern und Grundstücken mit einer Handänderungssteuer. In einigen Kantonen wird diese von den Gemeinden erhoben.

Die Steuer hängt vom Kaufpreis ab und muss meistens vom Käufer bezahlt werden. In der Regel beträgt sie 1 bis 3 Prozent des Kaufpreises. Den höchsten Steuersatz verlangt der Kanton Neuenburg mit 3.3 Prozent.

  • Der Kanton Schwyz erhebt als einziger gar keine Handänderungssteuer.
  • Die Kantone Zürich, Uri, Glarus, Zug, Schaffhausen und Aargau kennen keine eigentliche Handänderungssteuer, erheben dafür aber Grundbuchgebühren.
  • In Bern wird die Handänderungssteuer erst ab einem Liegenschaftswert von 800'000 Franken fällig.
  • In Solothurn wird im Fall von Eigennutzung keine Handänderungssteuer erhoben.
  • Manche Kantone besteuern Handänderungen im engsten Familienkreis oder Handänderungen infolge Erbschaft weniger stark oder gar nicht.

Erbschafts- und Schenkungssteuer

Ist eine Immobilie Teil eines Erbes oder einer Schenkung, so wird sie neben der Handänderungssteuer auch von der Erbschafts- und Schenkungssteuer erfasst. Dies kann teilweise zu Härtefällen führen.

Viele Kantone kennen deshalb Regelungen, die Härtefälle vermeiden sollen, indem sie in ihren Steuergesetzen das Vererben von Grundeigentum von der Handänderungssteuer befreien oder diese doch zumindest mildern, indem sie nur eine reduzierte Abgabe erheben.

Einkommens- und Vermögenssteuern

Die Veräusserung einer Liegenschaft hat natürlich auch Einfluss auf die Einkommens- und Vermögenssteuern. Da der Eigenmietwert beim aktuell tiefen Zinsniveau in der Regel höher liegt als die abzugsfähigen Hypothekarzinsen und die (pauschalen) Liegenschaftsunterhaltskosten, reduziert sich die Einkommenssteuer nach der Veräusserung einer Liegenschaft.

Anders verhält es sich bei der Vermögenssteuer: Durch den Wegfall der steuerlich tief bewerteten Liegenschaften sowie der darauf lastenden Hypotheken kann sich das steuerlich relevante Vermögen erhöhen – was zu einer höheren Vermögenssteuer führt.

10. Wie verhält es sich mit der Grundstückgewinnsteuer bei Erbschaft?

Bei einer Erbschaft und einer Erbengemeinschaft wird die Grundstückgewinnsteuer nicht sofort fällig, sondern es erfolgt ein Steueraufschub. Verkauft der Erbe das Haus später wieder, dann muss er die Steuer nachzahlen. 

Massgeblich ist dabei die Gewinnspanne zwischen dem ursprünglich gezahlten Kaufpreis und dem Verkaufspreis. Der Übernahmepreis zum Zeitpunkt des Erbes spielt hierbei keine Rolle. Von Vorteil ist jedoch, dass die Besitzdauer des Erblassers mit angerechnet wird. Wohnt der Erbe zudem weiterhin in der Liegenschaft, fällt keine Grundstückgewinnsteuer an.

11. Angaben zur Grundstücksgewinnsteuer in Ihrem Kanton

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Auskunft zur Grundstückgewinnsteuer
    

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