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Schweizer verlieren Geld durch Hypothekenwahl

Finanzierung 18.10.2018 Rascha Elbash
Hypothekenvergleich

70 Prozent der Schweizer Bankkunden schliessen die Hypothek bei ihrer Hausbank ab. Fast zwei Drittel von ihnen hat dabei nur eine oder maximal zwei Offerten eingeholt – und über ein Viertel hat nicht einmal die Zinsen der verschiedenen Anbieter verglichen. Anders zeigt sich die Situation bei jenen Hypothekarnehmern, die nicht ihre Hausbank gewählt haben: Zumindest die Hälfte von ihnen fordert mehr als zwei Offerten an. Und nur 14 Prozent hat den Zinsen keine Beachtung geschenkt.

Gemäss der repräsentativen Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Comparis vom September 2018 scheuen vor allem die Bewohner der ländlichen Regionen und die Romands den Vergleich der verschiedenen Anbieter: Im Unterschied zu den Städtern (17 Prozent) verzichtet auf dem Land fast ein Drittel der Hauskäufer (30 Prozent) auf einen Zinsvergleich. In der Romandie ist es mit 28 Prozent weit über ein Viertel der Immobilienkäufer, das die erste Offerte akzeptiert – während es in der Deutschschweiz (22 Prozent) und im Tessin (19 Prozent) nur rund ein Fünftel ist.

Zu der unkritischen Gruppe gehören darüber hinaus die über 60-jährigen Hypothekarnehmer: Fast ein Drittel von ihnen hat auf einen Vergleich der Zinsen verzichtet. Bei den 40- bis 59-Jährigen war es rund ein Viertel, bei den Jüngeren nicht einmal ein Zehntel. Mit anderen Worten: Junge Hypothekarnehmer achten mehr aufs Geld.

Eine weitere Erkenntnis aus der repräsentativen Umfrage: Nur jeder Zehnte schliesst seine Hypothek nicht bei einer Bank ab – obwohl alternative Anbieter wie Versicherungen und Pensionskassen oft günstigere Konditionen bieten.

Bindung zur Hausbank stärker als Profitdenken

Die vorgegebene Ursache für dieses ökonomisch irrationale Verhalten: die Bindung zur Hausbank. Rund jeder zweite Hypothekarkunde aus der Gruppe jener, die sich um keinen Zinsvergleich bemüht haben, gab an, den Kredit ohne Wenn und Aber bei seiner Hausbank aufnehmen zu wollen. Gründe dafür: die persönliche Beziehung zum Berater (27 Prozent), der geringere zeitliche Aufwand (knapp fünf Prozent).

Kommt hinzu: Rund acht Prozent der insgesamt 1'066 Befragten erachteten das Sparpotenzial als zu klein – ein Eindruck, der allerdings gewaltig täuscht. Gerade bei hohen Hypothekarsummen und langen Laufzeiten lassen sich schnell mehrere Tausend Franken sparen – und das bereits bei kleinen Zinsdifferenzen.

In der Studie von Comparis wird ein Rechenbeispiel angestellt: Wer eine Hypothek über 700'000 Franken aufgenommen hat, spart bei einer zehnjährigen Festhypothek zu einem Zins von 1,4 Prozent gegenüber dem publizierten Richtzins von 1,6 Prozent 14'000 Franken – oder, bei einer einjährigen Hypothek, 1400 Franken. Bei einem derzeit durchaus realistischen Zins von 1,2 Prozent sind es in zehn Jahren sogar ganze 28'000 Franken (oder, pro Jahr, 2800 Franken).

Gefahr der Überschuldung wächst

Immobilien werden mehr als jedes andere Gut auf Kredit gekauft – mehr denn je mit einem Fremdkapitalanteil, den man sich ausserhalb der Immobilienwelt gar nicht vorstellen kann. Die Banken vergeben grosszügig Kredite – und die Schweizer schlagen wegen der niedrigen Zinsen zunehmend unbedacht zu. Die Gefahr: steigende Zinsen oder fallende Immobilienpreise.

Umso wichtiger ist es, die Hypotheken verschiedener Banken, aber auch alternativer Anbieter wie Versicherungen oder Pensionskassen zu prüfen und das beste Angebot zu wählen, auch wenn es nicht dasjenige der Hausbank ist. Wenn sich die Zinssituation nämlich ändert, muss Geld her. Zumal die Banken dazu verleitet werden könnten, den Kreditnehmer zu Nachschusszahlungen zu verpflichten, weil bei einer frühen Reaktion die Chance am grössten ist, die Liegenschaften noch zu einem anständigen Preis zu verkaufen.

Natürlich müssen auch die Kreditgeber in die Pflicht genommen werden. Noch deutet zwar nichts auf einen Einbruch am Wohnungsmarkt hin und ohne einen deutlichen Zinsanstieg oder einen scharfen Konjunktureinbruch ist dieser derzeit auch nicht zu erwarten. Trotzdem ist ein stetes Hinschauen auf dem Hypothekarmarkt erforderlich. Bei der Hypothekenvergabe die maximale Belehnungshöhe zu reduzieren oder eine noch stärkere Amortisation zu fordern, könnte unter diesen Umständen sinnvoll sein. Gerade dann, wenn sich die Eigenheimbesitzer wegen suboptimaler Hypothekarwahl zu hoch verschuldet haben.

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